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Der Duro

  1. Duro_Verladung
    Verladung in England

Expeditionsfahrzeug Mowag Bucher Duro 6×6

So, es ist vollbracht. Nach ausführlicher Marktsichtung und vielen Recherchen haben wir uns für einen Mowag Bucher Duro entschieden. Dieser schweizer Bursche hat die letzten Jahre seines Lebens im Vereinten Königreich

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Der Duro

verbracht und ist nun zurück gekehrt auf das europäische Festland. Aber mit Baujahr 2005 und gerade mal 6500 Kilometer auf dem Buckel ist er noch nicht einmal richtig eingefahren…. Unsere Idee ist es, den Bucher zu einem Wohnmobil umzubauen. Nach dem Roo und dem Lion dann unser 3. Allrad Wohnmobil. Wir finden das Prachtstück bei einem britischen Auktionshaus, greifen zu und verladen das gute Stück auf einen polnischen 40 Tonner. Ein wahrhaft europäisches Projekt :).  In den folgenden Monaten will ich unsere Planungen, Fortschritte und Rückschläge dokumentieren und dann später auch die ersten Touren. Der Bucher Duro /MOWAG 6×6 ist ein Militärfahrzeug, welches ursprünglich von der Firma Bucher-Guyer AG in Niederwenigen-Schweiz entwickelt wurde. Seit Januar 2003 wurde die Produktion zur MOWAG in Kreuzlingen verlegt. Da es sich bei diesem Auto um eine doch eher individuelle Baureihe handelt, ist die Gemeinschaft auch ziemlich klein. Um so mehr hebe ich an dieser Stelle die von Alexander gepflegte Duro – Seite, auf der ein reger Austausch herrscht. Danke für diese tolle Arbeit.

Zum Einstieg nun erst  einmal einige technische Daten.

  • 6 Zylinder Cummins 5.9l ISB Turbo Diesel,
  • Permanenter Allradantrieb
  • 5-Gang Allison Automatikgetriebe S 1000,  wählbar Hi/ Low & „Automatic Traction Control“
  • Automatische Thorson-Differentialsperre

    Ankunft
    Ankunft
  • Bosch Elektronik/Einspritzung
  • Wabco Druckluftbremse mit Motorbremse
  • Verwindungssteifer Leiterrahmen und vollbewegliche De-Dion Achsen
  • Innen belüftete Scheibenbremsen mit ABS
  • Aluminium Fahrerhaus E
  • Veeder-Root digitaler Tachograph (Fahrtenschreiber)

Maße:

  • Länge: 6.70m Breite: 2.16m Höhe: 2.65m
  • Leergewicht: 5,700kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 8,600kg
  • Zulässige Anhängelast: 12,100kg
  • Radstand 3.53 m (1. /2. Achse), 1.20 m (2. / 3. Achse)
  • Bodenfreiheit: 40 cm,
  • Wattiefe 80 cm Höchstgeschwindigkeit: ca. 100 km/h
  • Tank: 180 Liter Reichweite: 600 km
De Dion Achse
De Dion Achse

Kabine: Fernmeldekabine Cormoran (britische Armee)

Selfie mit
Selfie mit „Bergziege“

Und auf geht’s! Nachdem die  Fernmeldekabine nun um 60 Zentimeter erhöht ist, hat der Duro Stehhöhe erreicht. Ich werde nun erst einmal das Auto auf Hochglanz bringen (und viel ist bei knapp 7000km Laufleistung nicht zu tun) und fange mit der Überholung des Unterbodens an. Also rauf auf die Bühne und einmal von unten geschliffen. Gleichzeitig habe ich so einen schönen Blick auf die geniale Konstruktion der DeDion Achsen und der Bremsen. Nach schweisstreibenden 10 Stunden habe ich den gesamten Unterboden angeschliffen und für die Grundierung vorbereitet. Nächste Woche werde ich mich dann mal mit der Kunst des professionellen Lackierens beschäftigen… mal sehen, wie ich dann aussehe ;).

Unterboden..neu
Unterboden..neu

Vollbracht. Der Duro hat ein neues “Beinkleid“ bekommen. Abgeschliffen, grundiert und mit 2K Lack finalisiert. Eine Knochenarbeit aber das Ergebnis kann sich sehen lassen…finde ich ;). Nach den ersten baulichen Beschreibungen will ich an dieser Stelle einen kurzen Exkurs machen, warum es denn „diesmal unbedingt ein Duro sein musste“. Fahrzeugabwägungen, Kritik, Lob und so weiter gibt es über die verschiedenen Möglichkeiten des Handeln ausreichend….und wie man hier nachlesen kann, haben wir mit viel Freude auch bereits einen IFA W50 und einen Iveco gefahren, sind somit keine gänzlichen Novizen mehr.

Vorbereitung…

Ausschlaggebendes Kriterium war schliesslich das moderate Leergewicht von 5 1/2 Tonnen und damit die Möglichkeit spielend auch nach Ausbau und mit Beladung unter 7,5 Tonnen zu bleiben. So darf  Michaela dieses Gerät auch bedienen. Hinzu kommt, dass sie es auch kann, denn der Duro ist leicht bedienbar. War es ihr beim Iveco nur möglich, die Kupplung im stehen zu bedienen und dabei nur unter Nutzung eines Teleskoparms die „Männerschaltung“ zu bedienen, bietet sich der Duro aufgeräumt, übersichtlich und mit Automatikgetriebe federleicht an. Weiterhin ist er mit der Cormoran Kabine ein in sich geschlossenes System, welches mit den DeDion Achsen keinen Zwischenrahmen braucht und schmal, flach, leicht und kompakt bleibt. Rahmenverwindungen und Faltenbalgüberlegungen gehören damit der Vergangenheit an. Diese Kompaktheit bezahlen wir natürlich mit etwas Platz. Der Innenraum ist mit 1,80 Meter Breite und 4,50 Meter Länge ganze 4m2 kleiner als im Iveco, also 1/3 weniger Platz. Da wir nicht zur Fraktion der bekennenden Puristen gehören, bedarf dies einer cleveren Innenraumplanung zur Kompensation und erklärt auch, warum Trägerfahrzeug wie ein 1300er Unimog oder ein 8.135er MAN möglich aber nicht optimal für uns waren.

Welche Nachteile nehmen wir dafür in Kauf? Neben der gerade

Endergebnis

angesprochene Wohnraumgrösse erst einmal ein Fahrzeug der neueren Generation. Dies heißt, der Werbeslogan „Euro 0 und elektronikfrei“ trifft nicht mehr zu. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass inzwischen auch genügend Werkstätten rund um den Globus clevere Burschen haben, die immer da weiter helfen, wo das eigene Latein am Ende ist.

Weiterhin hat der fehlende Zwischenrahmen den Nachteil, das Anbauten am Rahmen aufgrund des geringen Platzes kaum möglich sind. Insbesondere das Tankvolumen von 120 Litern fällt wohl eher unter die Kategorie „Fingerhut“. Hier ist dringende Nachbesserung notwendig  und damit Kreativität gefragt. Ähnliches gilt für einen Abwassertank außerhalb der Kabine. Dazu werde ich den Auspuff versetzen, um hier zusätzlich Platz für einen zweiten Tank zu bekommen und den Standardtank durch ein größeres Exemplar ersetzen.

Nicht zu den Nachteilen zählt definitiv die Variante 6×6. Der Kraftstoff Mehrverbrauch zu einem 2-Achser ist überschaubar aber dafür kann man mit geringen Vorbereitungen auch mit einer hochgebundenen Achse bei Platten weiter fahren. Das soll es gewesen sein.

Innenleben
Innenleben

Langsam geht es voran. Irgendwie ist immer etwas zu tun und wie so oft, wenn man erst einmal anfängt, dauert es immer viel länger als geplant. Ein großer Schritt ist, dass wir uns auf den Innenausbau geeinigt haben. Dies erlaubt es nun, die Fensterausschnitte zu machen und dann den Koffer zu lackieren.

Durchgang

Wie man auf der oberen Zeichnung sieht, haben wir uns für eine mehr oder weniger klassische Aufteilung entschieden. Am Heck werden wir die 80 Zentimeter breiten Doppelstockbetten quer platzieren, so gewinnen wir wieder etwas Raum und kompensieren die geringere Länge des Containers. Auch bei der Farbe haben wir einen Durchbruch erreicht und uns auf die Farbe Graualuminium – RAL 9007 geeinigt. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, ist erst einmal das Fahrerhaus dran. Stoßstange und Seitenverkleidung habe ich bereits Schwarz lackiert.  Gleichzeitig habe ich sowohl LED Rückfahrscheinwerfer und Zusatzscheinwerfer eingebaut. Hell und optisch ansprechend ;).

Boden mit Ausbaumarkierung
Boden mit Ausbaumarkierung

Den Bauart bedingten Mittelgang überplanken wir mit Siebdruckplatten. So ensteht ein 80 Zentimeter breiter und 4 Meter langer Stauraum im Innenraum des Fahrzeug, in dem wir heckseitig bereits die zwei 110 Liter Frischwassertanks einbringen. Der weitere Raum soll für Vorräte und zusätzliche Bordtechnik genutzt werden. Dazu aber später mehr. Zudem beginne ich mit dem Aussägen des Durchgangs ins Fahrerhaus. Mit 55 x 55 Zentimeter zwar nicht super bequem aber so können wir die baulichen Gegebenheiten des Duro voll nutzen und den Raum unter dem Überrollbügel als weiten Technikraum nutzen.  Damit kann es jetzt an den spannenden Teil gehen – das Aussägen der Fensteröffnungen.

Wassertanks
Wassertanks

Die Echtglasfenster habe ich aus Ungarn von Metall99 bekommen, super Produkte zu einem unschlagbaren Preis. Es sind Flügelfenster in der Größe 100 x 50 Zentimeter. Als Belüftung für die Betten habe ich kleine Schiebefenster geplant und in das Dach werde ich Bootslucken der Firma Vetus einbauen. Die haben sich schon im Lion bewährt. Das Reserverad  will ich ans Heck bauen. Dazu nutze ich den seriemäßigen Halter, welcher vormals das Rad im Raum unter dem Überrollbügel fixierte. Einige leichte Modifikationen und so habe ich mit geringem Aufwand eine stabile Halterung. Somit habe ich dann ei

Linke Seite mit Fenstern und Reserveradhalter
Linke Seite mit Fenstern und Reserveradhalter

n Wochenende gesägt, geschliffen, gefeilt und vermessen … und das Auto fast fertig für die endgültige Lackierung. Auch  die Sandbleche passen gut an die schon durch die britische Armee vorgesehenen Halterungen.  Ich muss mir jetzt nur noch Gedanken machen, welche Staukästen ich noch an die Außenhaut bringen möchte. Auf alle Fälle wird eine Alubox unter das Reserverad kommen. Hier gibt es ausreichend stabile Befestigungsmöglichkeiten, da die Armee an dieser Stelle ein Stromerzeuger befestigt hatte. Es wird langsam.

Neues Gewand

28.12.2017: Es ist vollbracht! Nach über einer Woche Arbeit habe ich endlich ein neu lackiertes Auto, die Fenster von Metall99 und die Dachluken von Vetus sind einbaut, der Reserveradhalter mit dem Reserverad ist befestigt und der erste Staukasten am Heck ist an seinem Platz. Auch die Scheinwerfergitter sind vom Verzinken zurück und passen sich gut ein.

Wie immer war es ein gebastel und gefummel, denn insbesondere bei den Fenster musste ich noch kräftig nachhelfen. Aber lieber etwas nacharbeiten als nach dem Motto: 3x abgesägt und immer noch zu kurz :).  Ich seinem neuen Kleid hat der Duro sein militärisches Outfit nun völlig abgelegt und strahlt in schönen Graualuminium. Fehlen noch die Felgen und dann ist Grün endgültig „Schnee von gestern“.  Eine GFK Box für den Überrollbügel habe ich auch gefunden,

welchen dann in Zukunft die 11 kg Gasflaschen für unsere Küche beheimaten soll. Neben der bereits grundierten Zarges Kiste auf dem Überrollbügel ist jetzt noch Platz für eine weitere Kiste. So kann ich den fehlenden Platz für Staukisten am Zwischenrahmen (da der Duro keinen Solchen hat…) kompensieren. Fehlen von Aussen nur noch der Abwassertank, die Versetzung des Auspuffes und die größeren Tanks auf beiden Seiten. Da werde ich aber sicherlich noch einiges an Gedankenarbeit investieren müssen, bevor die Umsetzung folgt.

Isolierung

Ach so, und auch über den Namen unseres neuen Vehikels scheint es Einigung zu geben: Fuchur. Der freundliche Glücksdrache aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte„. Wie ich finde, eine gute Wahl von Michaela.

Mit viel Sorgfalt und kleinen Schritten habe ich mich in den letzten Wochen durch die Materie gebissen. Zuerst einmal habe ich den Innenraum mit einer 3mm Isolierung / Dampfsperre belegt.

Boiler mit Anschlüssen

Dann habe ich mich mit der Verlegung des Wassersystems inklusive Druckwasserbehälter und einem Boiler von Allpa aus dem Marinebereich beschäftigt und schlussendlich mit dem Bau des Abwassersystems.

5 Liter Druckwasserbehälter

Dies hat mich einige graue Haare gekostet… dazu aber später mehr. Heizung und Warmwasser will ich über einen liegend eingebauten Boiler von Allpa betreiben. Er fasst ca. 20 Liter und kann liegend in den Unterboden eingebaut werden. Durch Anschluss an eine Standheizung (oder wahlweise den Motorkreislauf) wir durch einen Wärmetauscher das Brauchwasser erhitzt. Alternativ ist noch eine 230 Volt Heizspirale verbaut. Mein Plan ist es, einen Eberspächer Standheizung als Wärmequelle auch für die Warmwasserheizung zu installieren.

24.03.2018: Heute habe ich das  verfrühte Ostergeschenk  installiert, der maßgeschneiderte Auspuff aus Edelstahl. Er passt genau unter den Batteriekasten anstelle der Halterung für die

Auspuff

Reservekanister. Das alte Zuführungsrohr habe auf Höhe des Rahmens abgeflext und durch ein Flexrohr  ersetzt, welches jetzt in den neuen Topf nach vorne leitet. Ein klasse Arbeit von Edelstahl Obermüller aus Waldkirchen. Mit viel Geduld hat sich Andreas meiner Idee und meinen improvisierten Zeichnungen angenommen und etwas für die Ewigkeit  geschaffen. Schade nur, dass der Topf hinter  der Seitenabdeckung verschwindet. Jetzt habe ich auch Platz für den zusätzlichen Tank auf dieser Seite. Das nächste Projekt…

Es wird…

Damit nähert sich der Fuchur von Außen schon mehr und mehr dem Plan. Auf den Überrollbügel kommen jetzt noch die Transportboxen, um damit genügend Stauraum zu haben, der durch den fehlenden Zwischenrahmen “unten herum“ fehlt. Hier wird am Ende auch die 11kg Gasflasche verzurrt.


Trockentoilette

So, es geht weiter. Die Verlegung der Gasleitungen habe ich noch etwas in die Zukunft verschoben, dafür habe ich mich final mit unserer wichtigsten Sache im Haus beschäftigt….der Toilette. In den letzten Autos haben wir es eher konservativ gehalten und uns an Chemietoiletten gehalten….mit allen Vor- und Nachteilen. Jetzt probieren  wir mal etwas Neues und bauen eine Trockentoilette von Separett ein.

Entlüftung

Dazu musste ich 2 weitere Löcher in die Hülle bohren: Die Urinleitung zum Tank unter der Kabine und die Entlüftung aus dem Feststoffbehälter. Ich bin mal gespannt,ob sich diese Innovation bewährt.

03.10.2018: Wer glaubt, ich hätte in den letzten Monaten gefaulenzt, hat sich schwer getäuscht. Neben der kompletten Deckenverkleidung und den LED Innenraumleuchten habe ich mich intensiv um die Heizung gekümmert.

LED Lichtleiste

Die Eberspächer Hydronic D5 hat einen trockenen Raum neben dem Motor gefunden und nimmt von da ihre Arbeit auf. Mit 2 Heizkreisen + der Wärmeaustausch am Boiler sollte es eigentlich ausreichend warm im Innenraum werden. Die Praxis wird es zeigen. Die Konvektoren habe ich mit 20er Verbundrohren vernetzt,

Verteiler Heizung

einen Zusatzlüfter über Wärmetausch kommt  noch als “Booster“ hinzu. Damit sollte das Thema Gemütlichkeit auch im Winter abgeschlossen sein…

Beifahrerseite

Damit habe ich mich dem bereits angekündigten Projekt der ausreichenden Versorgung mit Diesel angenommen. Wie bereits oben beschrieben, ist der Standardauspuff einem kompakteren Teil gewichen und hat damit auf der linken Seite Platz für einen Tank gemacht. Nach einigem Hin und Her komme ich so auf 130 Liter und habe mich

Fahrerseite

entschlossen, die Tanks aus Pappe vorzubauen und dann als Modell zum Alubauer zu geben.

Der Serientank auf der rechten Seite weicht einem 260 Liter Tank. Damit komme ich zusammen auf knapp 400 Liter, das reicht für unsere Ansprüche und Pläne allemal. Jedenfalls war das eine ganz schöne Arbeit, die sich am Ende hoffentlich lohnt. Wir werden sehen.

04.04.2019: Nach etwas längerer Abstinenz auf der Seite –  und ich bitte alle gespannten Leser um Entschuldigung – nun mal wieder ein Update. Die Tanks sind natürlich bereits da und aus Alu wirkliche Schmuckstücke und wahnsinnig leicht. Die nächste Aufgabe ist jetzt, diese am Rahmen zu befestigen. Sollen ja auch im Gelände am Platz bleiben . Wenn dies vollbracht ist, kann es auch endlich zur Abnahme durch den TÜV und zu Zulassung gehen.

Zudem habe ich nun schon seit einigen Monaten mit dem Innenausbau der Möbel begonnen. Dazu habe ich das oben beschrieben Projekt der Heizungsverlegung erst einmal abgeschlossen und mich über die Längen  von Rohr gewundert, die ich so benötigte. Bevor ich über den Möbelbau berichte, hier erst einmal ein Exkurs zu einem Herzensthema, dem Strom im Wohnmobil. Darüber gibt’s wohl genauso viel Diskussion, Rat und Literatur wie es Meinungen gibt.

Batteriesatz & BMS

Für mich war bestimmend, dass der Fuchur relativ autark sein sollte und damit eine Ladung primär über Solar und ergänzend durch Wandlung mit der LiMa  laufen sollte. Zudem 2 Stromkreise mit 12 Volt und 220 Volt. Da Platz im „Versorgungszwischenraum“ , wie  überall im Duro ein Thema ist, habe ich mich für LiFePo4 Batterien entschieden. Den Bereich im Zwischenraum zwischen Fahrerhaus und Kabine nutze ich komplett für die Batterien, die Schaltelemente, die Umspannung usw. Da ist es trocken und raus aus der Kabine. Für uns die ideale Lösung.

Solarmodul mit FlexHalter
Wohnraumbatterie

Als Hauptverbraucher haben  wir neben dem LED Licht, den Kompressor Kühlschrank sowie bei Betrieb die Standheizung. Zudem, wenn die Standheizung nicht das Wasser erwärmt, der über 220 Volt betriebene Boiler. Ein 350 Wp Solarmodul auf dem Dach soll für die nötige Nachladung sorgen. Die Praxis wird es zeigen. Alle diejenigen, die sich mit Litiumbatterien bereits beschäftigt haben, stehen vermutlich  vor denselben Herausforderungen. Wie mache ich es? Setze ich auf am Markt vorhandene und bewährte Systeme mit darauf abgestimmten Batterie Managment Systemen (BMS) zu einem nennenswerten Preis oder nicht. Das heißt dann, selbst ist der Mann oder die Frau.

Schalttafel

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und mir einen Haufen Einzelteile zu einem immer noch schmerzlichen aber erträglichen Preis gekauft und mich eingelesen. Also, Rocket Science war es am Ende auch nicht und das System läuft. Durch den Kombi Wechselrichter ist es etwas komplizierter geworden, da dieser ja nicht nur von 12 auf 220  Volt umspannt, sondern die Batterien bei externem Strom auch lädt. Diese Funktion habe ich zur Zeit erst einmal auf „hold“ gelegt und werde sie später abrufen. Ansonsten läuft es wie geplant und die 10 verschiedenen  Stomkreise liegen im Wohnraum und können abgerufen werden. Ich kann mich einer gewissen Zufriedenheit nicht erwehren – läuft. Also traut euch, trennt euch von den alten Gel, AGM etc. Batterien, die Lithiumteile sind echt klasse…und wiegen nur einen Bruchteil!

Der Duro weiterlesen

Vereinigte Staaten von Amerika

Als Einstieg in die Materie ein wenig Landeskunde. Für die Masse der Leser natürlich Binsen… das Eine oder Andere aber trotzdem noch mal ganz interessant, um das vergrabene Schulwissen wieder aufzufrischen. Also viel Spass beim ehrlichen Überprüfen des „ist doch klar… :)“

usa-flaggeDie Vereinigte Staaten von Amerika sind ein 50 Bundesstaaten umfassender nordamerikanischer Staat, wobei Hawaii und kleinere Außengebiete in Ozeanien liegen. Die Hauptstadt ist Washington, D.C., die größte Stadt New York. Es ist der viertgrößte Staat der Erde gemessen an der Fläche von 9,83 Millionen Quadratkilometern (nach Russland und Kanada und Volksrepublik China) und der drittgrößte gemessen an der Bevölkerung von etwa 314 Millionen Einwohnern (China und Indien). Bedingt durch die Einwanderung von Menschen aus einer Vielzahl von Ländern sind die Vereinigten Staaten eines der ethnisch diversesten und multikulturellsten Länder der Erde. Die Vereinigten Staaten weisen auch eine sehr hohe geografische und klimatische Diversität auf – mit Lebensräumen wie Bergen und Ebenen, Wäldern und Wüsten, die eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten beherbergen.

Thomas_Jefferson_by_Rembrandt_Peale,_1800
Thomas Jefferson_

Vorab etwas Geschichte: 1507 fertigte der deutsche  Kartograf Martin Waldseemüller eine Weltkarte, auf der er die Landmasse der westlichen Hemisphäre als Amerika nach dem italienischen Entdecker und Kartografen Amerigo Vespucci benannte. Der erste dokumentierte Hinweis auf die Bezeichnung United States of America liegt in einem anonym verfassten Essay, das am 6. April 1776 in der Zeitung The Virginia Gazette in Williamsburg, Virginia veröffentlicht wurde. Im Juni 1776 fügte  Thomas Jefferson die Bezeichnung „UNITED STATES OF AMERICA“ in Großbuchstaben in den Titel seines ursprünglichen Entwurfs der Unabhängigkeitserklärung ein. In der fertigen Version wurde der Titel in The unanimous Declaration of the thirteen united States of America („Die einstimmige Deklaration der dreizehn vereinigten Staaten von Amerika“) geändert. In den 1777 veröffentlichten Konföderationsartikeln wird verkündet: The Stile of this Confederacy shall be ’The United States of America‘ („Die Bezeichnung dieser Konföderation soll ‚The United States of America‘ sein“). Die Kurzform United States ist auch ein Standard. Andere häufig benutzte Formen sind ‚U.S.‘, die ‚USA‘, und ‚Amerika‘. Andere umgangssprachliche Namen sind ‚U.S. of A.‘ und, international, die ‚Staaten‘. ‚Columbia‘, ein populärer Name in der Dichtung und Liedern des späten 17. Jahrhunderts, leitet sich vom Namen Christoph Kolumbus ab. Es ist Teil der Bezeichnung District of Columbia.

Sitting Bull
Sitting Bull

Die ursprünglichen Bewohner des Landes, die Indianer („Native Americans“ oder „American Indians“), stellen heute nur noch rund ein Prozent der Bevölkerung. Einzig in Alaska erreichen sie einen zweistelligen Prozentanteil an der Bevölkerung. Weitere Schwerpunkte bilden Oklahoma, Kalifornien, Arizona, New Mexico und South Dakota. Sie bilden keine Einheit; Kultur, Sprache und Religion unterscheiden sich von Volk zu Volk. Insgesamt gibt es 562 anerkannte Stämme (tribes), hinzu kommen 245 Gruppen, die derzeit nicht als Stamm anerkannt sind.

Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer, zunächst vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Zu ihnen kamen ab dem 17. Jahrhundert Einwanderer aus Westafrika, fast ausschließlich unfreiwillig als Sklaven. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutschsprachiger und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas dazu, vor allem Italiener, Skandinavier und Osteuropäer, einschließlich osteuropäischer Juden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zur Einwanderung aus Ostasien und dem Nahen Osten. Neben wirtschaftlichen Motiven spielte für viele auch religiöse oder politische Verfolgung eine Rolle. Die Amerikaner mit europäischen Vorfahren bilden heute 72 Prozent der Gesamtbevölkerung. Afroamerikaner stellen etwas mehr als 13 Prozent. Sie leben vor allem im Süden und in den großen Industriestädten des Nordens. Asiatische Einwanderer, zu großen Teilen aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen, stellen rund fünf Prozent. Während der letzten Volkszählung gaben über 50 Millionen Personen eine deutsche Herkunft an. Damit sind die Deutschamerikaner die größte Bevölkerungsgruppe der Vereinigten Staaten. Vor allem im Südwesten der Vereinigten Staaten und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer Herkunft, die dort pauschal als „Hispanics“ oder „Latinos“ bezeichnet werden. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 Prozent), da viele Lateinamerikaner vor wirtschaftlicher Not in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Es bestehen große Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung. Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung und eine schlechtere Ausbildung. Sie sind sowohl häufiger Opfer als auch Täter in einem Tötungsdelikt und werden häufiger zum Tode verurteilt. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen – wie Kirchen oder private Organisationen – oft faktisch nach Ethnien getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist.

Und etwas Staatskunde: Die heutige Verfassung der Vereinigten Staaten wurde am 17. September 1787 verabschiedet. Bisher wurden 27 Zusatzartikel ergänzt. Die ersten zehn Zusatzartikel, die gemeinsam als Bill of Rights bezeichnet werden, wurden 1791 ratifiziert und garantieren eine Vielzahl von unveräußerlichen Rechten.

Bill of Rights
Bill of Rights

Stärkstes Staatsorgan auf Bundesebene ist laut Verfassung der Kongress, der die Legislative ausübt. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aus allen 50 Bundesstaaten zusammen. Der aus zwei Kammern bestehende Kongress hat die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Präsidenten unterzeichnet, bedürfen jedoch der Ratifizierung durch die zweite Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (zum Beispiel zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesondere am Obersten Gericht) hat der Senat nach Anhörungen der Kandidaten das Recht, den Vorschlag des Präsidenten zu bestätigen oder zurückzuweisen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses, der ersten Kammer des Kongresses, werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre vorgenommene Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Deren Wahl findet gestaffelt statt, das heißt, alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit. Bevor eine Gesetzesvorlage zum Bundesgesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. Der Präsident hat danach die Möglichkeit, das Inkrafttreten des Gesetzes aufzuschieben. Der Kongress kann nach einem solchen Veto eine neue Gesetzesvorlage beschließen oder den Präsidenten mit zwei Dritteln Zustimmung endgültig überstimmen.

Great_Seal_of_the_United_States_(obverse).svgStaats- und Regierungschef in Personalunion ist der Präsident, der an der Spitze der Exekutive steht. Er ist ferner Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und bildet gemeinsam mit dem Verteidigungsminister die National Command Authority (NCA), der es alleine obliegt, die Entscheidung über einen Angriff der Vereinigten Staaten mit Nuklearwaffen zu fällen. Dazu müssen beide Personen unabhängig voneinander dem Nuklearschlag zustimmen. 44. Amtsinhaber ist seit dem 20. Januar 2009 der am 4. November 2008 gewählte Demokrat Barack Obama. Vertreten wird der Präsident durch den mit ihm gewählten Vizepräsidenten. Dieser tritt bei einer vorzeitigen Amtserledigung des Präsidenten bis zum Ablauf der Regierungsperiode vollständig an dessen Stelle, ebenfalls sitzt er dem Senat vor. Derzeitiger Vizepräsident ist der Demokrat Joe Biden.Für den Fall der Verhinderung oder der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen „Pro-Tempore-Vorsitzenden“, einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder der ersten Kammer, des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den „Sprecher des Repräsentantenhauses (Speaker)“. Speaker und Pro-Tempore-Vorsitzender sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer.

Dschibuti 2013 / 2014

Nach 8 Monaten in Djibouti  hat sich mein Arbeitgeber entschieden, die Einsatzzeit in diesem wunderschönen Wüstenland zu verkürzen, so daß ich am 2. Mai über den Flughafen Ambouli ausgereist bin. Ich blicke auf viel Eindrücke und eine erlebnisreiche Zeit zurück, die ich im Folgenden in gewohnter Weise beschreiben möchte:

Dschibuti
Dschibuti

Dschibuti ([dʒiˈbuːti], arabisch ‏جيبوتيDschībūtī, französisch Djibouti, Somali Jabuuti, Afar Gabuuti) ist eine Republik in Ostafrika an der Meerenge Bab al-Mandab. Ihre Fläche ist etwas größer als Hessen. Sie grenzt im Norden an Eritrea, im Westen und im Süden an Äthiopien und im Südosten an Somalia bzw. das international nicht anerkannte Somaliland sowie im Osten an den Golf von Aden und das Rote Meer. Der Jemen liegt wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Roten Meeres. Dschibuti wurde 1977 von Frankreich unabhängig. Die Bevölkerung besteht zu etwa 60 % aus Somali und zu 35 % aus Afar.

Salzkarawane
Salzkarawane

Die vielgestaltige Wüstenlandschaft umschließt hufeisenförmig die weit ins Land reichende Bucht von Tadjoura. Einst lag das Land unterhalb des Meeresspiegels, worauf zahlreiche Korallenriffe hinweisen. Die Küste und die ihr vorgelagerten Inseln, Korallenriffe und Unterwasservulkane gelten als Taucherparadies. Deshalb ist es mir auch endlich mit der tatkraeftigen Unterstuetzung von Joern und der Tauchschule Blue Dolphin gelungen, meinen Tauchschein zu machen. Das Land ist in starkem Maße vulkanisch geprägt; der Vulkan Ardoukoba ist erst 1978 entstanden. Landschaftlich besteht das Territorium zum Teil aus dem großen Senkungsfeld der ariden Afar-Tiefebene, die sich teilweise weit unter das Niveau des Meeresspiegels hinabsenkt. Die größte Tiefe liegt im Assalsee bei 155 m unter dem Niveau des Meeresspiegels. Wenige Kilometer östlich davon geht der See Ghoubet in den Golf von Tadjoura über.

... und als Souvenir
… und als Souvenir
Wüstenlandschaft
Wüstenlandschaft

Da das Land relativ klein ist, befindet es sich in einer einheitlichen Klimazone und kennt keine großen Klimaunterschiede. Die einzigen nennenswerten Schwankungen gibt es bezüglich der Höhenlage des jeweiligen Ausgangspunktes. Hierbei gibt es im Wesentlichen zwei Unterscheidungen: die Küstenlinie und die Depressionen, sowie die etwas höher gelegenen Regionen im Norden und Süden. An der Küste herrscht das ganze Jahr über für europäische Begriffe Hochsommer, Dschibuti-Stadt ist eine der heißesten Städte Afrikas. Im Januar bewegen sich die Temperaturen in der Gegend um Dschibuti zwischen 27 und 30 °C, während es in der Nacht auf ca. 20-22 °C abkühlt. Ab April beginnen die Temperaturen sprunghaft zu steigen, um von Juni bis August 39-42 °C zu erreichen. In der Nacht sinkt die Temperatur in der Regel nicht unter 30 °C. Erst ab Oktober beginnen sich die Temperaturen wieder um die 30-°C-Marke einzupendeln.

Karg und gefährlich :)
Karg und gefährlich 🙂

Die Hitzerekorde in Dschibuti betragen 45,9 °C für die Monate Juni und Juli und 45,8 °C für August. Absolutes Minimum sind 16 °C, die in Januar- und Februarnächten gemessen wurden. Aufgrund der Regenarmut bedecken Dornbuschsavannen, Halb- und Vollwüsten den größten Teil des Landes. Nur in Höhen über 1200 m findet man Akazien, Thujen, Wacholdersträucher, wilde Feigen und Ölbäume. Ein Dornbaum- und Sukkulentenwald erstreckt sich in den Hanglagen des Mousa Alli. Im Naturpark Forêt du Day konnten sich viele der sonst verschwundenen Pflanzenarten erhalten. Wie in anderen trockenen Regionen in Afrika leben in Dschibuti Gazellen, Antilopen, Zebras, Hyänen und Schakale. Der Abbe-See im Südwesten ist bekannt für die hier zahlreich vorkommenden Ibisse, Pelikane und vor allem Flamingos.

IMG_2221Die beiden Hauptvolksgruppen im Land sind die Somali (60 % der Gesamtbevölkerung) im Süden und die Afar (35 %) im Norden und Westen des Landes. Die meisten dschibutischen Somali gehören zu den Issa, einem Unterclan der Dir, einen kleineren Anteil stellen Gadabuursi. Die Afar sind eine Volksgruppe, deren Gebiet zwischen Dschibuti, Äthiopien und Eritrea aufgeteilt ist. Zwischen beiden Volksgruppen gibt es beträchtliche ethnische Spannungen; die Issa dominieren seit der Unabhängigkeit das Land politisch, während sich manche Afar marginalisiert fühlen.

20131014 Lac Assal (12)
Straße nach Äthiopien
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Djibouti Hafen

Ebenso wie Somalia geriet das heutige Dschibuti zwischen dem 7. und 10. Jh. unter die Herrschaft arabischer Sultane, die die nomadische Hirtenbevölkerung islamisierten. Das strategische Interesse der Franzosen an dem Gebiet war durch den Bau des Sueskanals (1859–1869) erwacht. 1862 hatte Frankreich das Gebiet von Obock sowie das Küstenland erworben. Damit wollte es ein Gegengewicht zum britischen Militärhafen in Aden schaffen. 1892 nahm Frankreich Besitz von den bis dato autonomen Sultanaten der Stadt Dschibuti. 1896 wurde Dschibuti zur französischen Kolonie Französische Somaliküste mit Dschibuti als Hauptstadt erklärt. 1917 erfolgte die Fertigstellung einer 781 km langen Bahnlinie nach Addis Abeba (siehe Schienenverkehr in Äthiopien). Damit war das Gebiet für Frankreich auch von wirtschaftlichem Interesse, denn Dschibuti wurde zum wichtigsten Ausfuhrhafen des Nachbarlandes Äthiopien. Erst zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Landesinnere erschlossen.

Tor nach Osten ...
Tor nach Osten …

Im Jahre 1946 erfolgte die Umwandlung der Kolonie in ein französisches Überseeterritorium. 1956 bekam Dschibuti begrenzte Autonomie durch den loi-cadre Defferre, und 1957 wurde ein eigenes Kabinett und Territorialparlament gebildet. Während die Afar diesen Status mehrheitlich beibehalten wollen, strebten viele Issa die Unabhängigkeit und den Anschluss Dschibutis an ein Groß-Somalia an. Vor allem der Issa-Führer Mahamoud Harbi setzte sich für diese Ziele ein. 1958 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für einen Verbleib bei Frankreich aus. Das hieß für die Afar eine Begünstigung durch die französische Kolonialherrschaft. Ein neues Referendum am 19. März 1967 führte zu Spannungen zwischen den Nachbarstaaten Äthiopien und Somalia. Die Afar sympathisierten mit Frankreich und Äthiopien, die Issa mit Somalia. Durch den Druck der französischen Behörden entspannte sich die Situation wieder und das Gebiet nannte sich seither „Französisches Afar- und Issa-Territorium“.

Djibouti Innenstadt
Djibouti Innenstadt

Nach wiederholten Unruhen 1972 gewährte Frankreich eine weitgehende Selbstverwaltung. 1974 forderten die UNO und mehrere afrikanische Staaten die Unabhängigkeit. Nach einer erneuten Volksabstimmung kam es unter weitgehender Stimmenthaltung der Afar am 27. Juni 1977 (Nationalfeiertag) zur Unabhängigkeit von Frankreich. Erster Präsident des Landes wurde Hassan Gouled Aptidon. Der Issa-Politiker bildete zwar ein Kabinett mit allen ethnischen Gruppen – der Ministerpräsident und der Außenminister waren Afar –, dennoch äußerten Afar immer wieder Unmut über ihre zweitrangige politische Situation, was zu diversen Regierungskrisen und -umbildungen führte.

Morgenröte am Hafen
Morgenröte am Hafen

Nach seinem deutlichen Wahlsieg 1981 entschloss sich Gouled zu einer entschiedenen Haltung, erklärte Dschibuti zum Einparteienstaat unter seiner Issa-geführten Partei Rassemblement Populaire pour le Progrès und verbot alle anderen Parteien. In den folgenden Jahren stellte sich eine allmähliche Konsolidierung der innenpolitischen Lage ein. Am 21. März 1981 unterzeichnete der Präsident einen Freundschaftsvertrag mit dem Nachbarland Äthiopien mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Seit 1986 agierte Dschibuti als Friedensvermittler zwischen Äthiopien und Somalia. Ab 1988 wurde Dschibuti Aufnahmeland für somalische Flüchtlinge, woraufhin sich die Beziehungen zu Somalia verschlechterten. 1989 zerstörte eine Überschwemmungskatastrophe 70 % von Dschibuti-Stadt. 1991 setzten im Norden des Landes Kampfhandlungen zwischen Afar-Rebellen und Regierungstruppen ein. Die Erfolge der Rebellen bewogen die Regierung, 1992 wieder ein Mehrparteiensystem einzuführen. Der Bürgerkrieg wurde mit einem Friedensabkommen im Dezember 1994 weitgehend beendet, ein Teil der Rebellen war noch bis 2001 aktiv. Präsident Gouled trat 1999 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger wurde Ismail Omar Guelleh von der RPP, der 2005 wiedergewählt wurde. Mitte 2008 kam es im umstrittenen Grenzgebiet um Ras Doumeira mehrfach zu Zusammenstößen dschibutischer Truppen mit Truppen Eritreas. Die USA und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschuldigten Eritrea der militärischen Aggression gegen Dschibuti. Soviel zur Geschichte des Landes.

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Unser deutsches Team mit Besuch aus der Heimat
Unser deutsches Team mit Besuch aus der Heimat

Und was mache ich nun hier in dieser interessanten aber durchaus schwierigen Gemengelage? Einfach zu beantworten aber nicht ganz so einfach zu erklären. Am 15. August 2012 hat die deutsche Bundesregierung beschlossen, sich an der Mission EUCAP Nestor mit bis zu fünf Beamten der Polizei des Bundes und der Länder, mit bis zu fünf Soldaten der Bundeswehr (Aha! Da ist er also) und durch weitere zivile Experten als Ausbilder und Stabspersonal zu beteiligen. Die von der Europäischen Union geführte Mission zum Aufbau regionaler maritimer Kapazitäten am Horn von Afrika und im Westindischen Ozean ist eine sogenannte „nicht exekutive“ zivil-militärische Ausbildungs- Beratungs- und Unterstützungsmission zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias. Ziel ist es, dass die ostafrikanischen Staaten Somalia, Dschibuti, Kenia, Tansania und die Seychellen beim Aufbau und der Entwicklung von maritimen Sicherheitsstrukturen im weitesten Sinne zur Bekämpfung der Piraterie unterstützt werden. Der strategische Rahmen wird durch das EU Konzept fuer das Horn von Afrika abgesteckt. EUCAP Nestor ergänzt damit den militärischen Antipiraten-Einsatz Atalanta und die Ausbildungsmission EUTM Somalia, in dem über Polizei- und Justizexpertiese mit den Partnern vor Ort der Bedarf ermittelt und definiert wird, um dann gezielt zu unterstützen. Damit ist die Mission einzigartig und versucht, die verschiedenen Missionen, Akteure und Fakultäten auf das gemeinsame Ziel zu bündeln und ihren Beitrag zum ganzheitlichen -vernetzten- Ansatz in diesem Krisenraum zu leisten. Eine komplexe Aufgabe, die länder-, kultur- und ressortübergreifend ihren Mehrwert sucht und zeigt. In einem Interview habe ich versucht, diesen Weg von EUCAP Nestor mit den vielen Facetten zu skizzieren. Hier zum Nachlesen. Wessen Interesse geweckt ist und wer mehr wissen möchte, kann hier auf der Internetseite der Mission weiterlesen – und für diejenigen, die noch mehr wissen möchten, na dann –  hier.

Im Wasser
Im Wasser
Beim Planktonen
Beim Planktonen

Nach dieser ausführlichen landeskundlichen, geopolitischen und tagespolitischen Ausführung nun aber der Teil, der sich ausserhalb des Arbeitsalltages befindet. Am Ende werde ich nochmal das Thema aufgreifen und abrunden.    Michi hat es geschafft, mich wieder mal im Einsatz zu besuchen und neben unserem Hochzeittag auch Weihnachten und Sylvester mit mir zu feiern. Ihre Eindrücke dieser 3 Wochen hat sie eindrucksvoll und mit ehefraulicher Brille veröffentlicht und können inn ihrem Bericht „Besuch im Einsatz“ nachgelesen werden. Auf den Punkt und ohne weitere Kommentare durch den Ehemann….

Als Einstieg einige Impressionen unserer Schnorcheltour in der Bucht von Tadjoura, in dem sich von November bis Februar die „halbstarke“ Garde der Walhaie tummelt. Trotz des Debakels einer Lebensmittelvergifung hat Michi sich wie immer nicht unterkriegen lassen, war mutig und hat mit einem beherzten Sprung ins Wasser intensive Verbindung mit den Fischen aufgenommen. Aber wie uns erfahrene Beobachter sagen, sind hier nur die kleinen Exemplare zu sehen, die richtig Grossen kommen vielleicht im Februar und sind dann bis zu 15 Meter lang! Der Walhai (Rhincodon typus) ist der größte Hai und zugleich der größte Fisch der Gegenwart. Der Walhai ist die einzige Art der Gattung Rhincodon, der einzigen Gattung innerhalb der Familie Rhincodontidae. Der Walhai gehört der Ordnung der Ammenhaiartigen an. Das bisher längste gemessene Individuum eines Walhais war 13,7 m lang. Es gibt auf Sichtungen beruhende Berichte von bis zu 18 oder 20 m langen Individuen, doch beruhen diese wohl vor allem auf einer besonders bei großen Tieren häufigen Überschätzung. Walhaie können ein Gewicht von über 12 Tonnen erreichen. Sie ernähren sich ähnlich wie Riesenhaie und Riesenmaulhaie von Plankton und anderen Kleinstlebewesen, die sie durch Ansaugen des Wassers filtrieren. Nach neueren Untersuchungen fressen sie aber auch Fische bis zur Größe von Makrelen und kleinen Thunfischen, also bis zu etwa einem Meter.

Riesenmaul .... aber harmlos
Riesenmaul …. aber harmlos
8 Meter Walhai...
8 Meter Walhai 

Wegen seiner Nahrungsspezialisierung ist dieser Hai ungefährlich für den Menschen, zu Unfällen kann es jedoch durch die Größe und Kraft der Tiere kommen. Walhaie saugen das Wasser aktiv an (bis zu 6000 l/h) und pressen es durch ihre Kiemen, die mit einem schwammartigen Filtrierapparat versehen sind. Dieser wird aus Knorpelspangen gebildet, welche die einzelnen Kiemenbögen wie ein Gitter miteinander verbinden und auf denen untereinander verfilzte Hautzähnchen sitzen. Um ihren enormen Nahrungsbedarf zu decken, filtern sie auf diese Weise neben Plankton auch kleine Fische und andere Meeresbewohner aus dem Wasser. Häufig „stehen“ sie dabei senkrecht, den Kopf zur Wasseroberfläche gerichtet im Wasser, oder sie bewegen den aus dem Wasser ragenden Kopf von einer Seite zur anderen und öffnen und schließen dabei das Maul (7–28 Mal pro Minute). Bis in den Februar hinein sehen wir immer wieder Walhaifamilien, die sich im Zuge der Küstenlinie bewegen und uns auch unter Wasser immer wieder begegnen. Apropos unter Wasser: Wie bereits oben erwähnt haben sich die wochenendlichen Erholungsphasen fast ausschließlich auf die Ausfahrten mit Blue Dolphin zum Tauchen beschränkt – und ganz ehrlich: Neben einigen Sehenswürdigkeiten im Land gibt es auch nicht viel mehr zu tun. Zwischen zwei bis etwa acht Metern Tiefe zeigen sich Steinkorallenriffe einigermaßen in Form. Schöne Abstiege gibt`s an der „Vierge Rouge“, einer Steilwand mit gutem Hartkorallenbewuchs und am „La Dent de DSC_2786HoA-Dive-ClubRequin“, übersetzt 1411466976530dem „Haizahn“. Lippfische, Pfauen-Kaiserfisch, Sichel-Kaiserfisch und auch Meeresschildkröten sind immer vertreten. Die besten Spots sind zwei Wracks vor der Hauptstadt Djibouti: Um die „Salem“ vor der Insel Maskali schwärmen Blaustreifenschnapper und Fledermausfische. Und auch die Insel Mucha vor der Tür von Djibouti ist schnell für einen Tauchgang erreicht. Hier lohnt sich auch ein Erkundungstrip über die fast verlassene Insel, in der lediglich einige Franzosen ihr Wochenenddomizil errichtet haben. Es ist eine kleine Koralleninsel fünfzehn Kilometer nördlich der Hauptstadt.  Zusammen mit nahegelegenen Inseln Maskali (anderthalb Kilometer westlich) und Île du Large (700 Meter südlich) bildet Musha die Gruppe der Musha-Inseln. Die Insel ist vor allem für ihre Mangrovengebiete, ihre vielfältige Unterwasserwelt und Tauchgebiete bekannt. Sie ist als Schutzgebiet ausgewiesen. Stimmungsvolle Tauchgänge erleben wir um „Epave de Mucha“ oder „Arcon Raphael“. Ganze Schwadronen von Fischen halten das vor 30 Jahren gesunkene Schiff auf seiner etwa 80 m Länge besetzt und Schwarze Korallen in beachtlicher Größe gedeihen auf dem backbord liegenden spanischen Cargoschiff, welches wir Tag und Nacht betauchen und auch den einen oder anderen Hai zu Gesicht bekommen. Eine unserer interessantesten Fahrten führt uns in die Tiefe der Bucht von Tadjoura, zum Golf von Ghoubbet-el-Kareb (auch Lac Goubet), ein Meerwassersee, der im Volksmund den Namen »Teufelsgrube« trägt. Er ist Seen umgeben von einer öden Mondlandschaft aus erloschenen Vulkanen und schwarzem Lavagestein des Vulkan Ardoukoba im gleichnamigen Ardoukôba-Rift direkt auf dem Ostafrikanischen Grabenbruch. Dieses sich ständig ausdehnende Gebiet ist eine der vulkanisch aktivsten Zonen der Welt.

Zwischen den Erdplatten
Zwischen den Erdplatten
Unterwasserpracht der Red Virgin
Unterwasserpracht der Red Virgin

Der Vulkan ist ein Kegelstumpf-förmiger Aschenkegel von etwa 145–250 m Höhe mit einem flachen Kraterrand. Aufgrund der Tiefenlage der Erdoberfläche in dieser Gegend liegt der Kraterrand des Vulkans auf etwa 5 m über Meereshöhe. Mit den Ascheauswürfen haben sich einige Lavaströme gebildet, die den Boden des Rifts bedecken. Die Eruption, die zur Entstehung des Ardoukoba führte, begann am 7. November 1978 nach einem Tag mit über 800 Erdbeben. Danach öffneten sich parallel zur Riftzone etwa 25 bis 500 m lange Spalten, welche Lavaströme produzierten und den heutigen Schlackenkegel des Ardoukôba schufen. Die Eruption endete bereits am 14. November 1978, insgesamt wurden mehr als 12 Millionen Kubikmeter Asche und Lava ausgestoßen. In der Umgebung  des Vulkans driften drei tektonische Platten, die nubische, arabische und somalische, auseinander (Afar-Dreieck). Hier besteht neben einer Formation in Island die damit einmalige Möglichkeit, zwischen 2 dieser tektonischen Platten auf ungefähr 35 Meter zu tauchen. Alleine die Einfahrt in den Goubet ist ein Erlebnis, drängt sich gezeitenabhängig das Wasser des Rotes Meeres doch durch die enge Stelle und macht das manövrieren nicht nur für den Kapitän zu einem Erlebnis. Danach geht es zu einer verlassenen Fels- und Korallenformation etwas weiter westlich, der „Red Virgin“. Sie ist benannt nach dem roten Felsen, der aus einer bestimmten Perspektive wie die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind aussieht. Hier, wo nur sehr wenige Touristen (und Taucher) hinkommen entfaltet sich die Unterwasserpracht des Landes vor uns. Aber der Höhepunkt steht noch bevor. So bekomme ich eine Einladung der Küstenwache von Djibouti, eine Patrouille in die Gewässer an der Seegrenze zum Jemen zu begleiten. Die Sawabi-Inseln (frz. auch Sept Frères) sind eine aus sechs unbewohnten Inseln bestehende Gruppe in der Meerenge Bab al-Mandab zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean. Sie gehören zur Region Obock. Die Inseln von West nach Ost:Seven_Brothers_Islands

  • H̱amra (Westinsel, Rote Insel)
  • ‘Ounḏa Dâbali (Île Double)
  • Tolka (Île Basse)
  • Kaḏḏa Dâbali (Große Insel)
  • H̱orod le ‘Ale (Ostinsel)
  • ‘Ounḏa Kômaytou (Südinsel)
Riesenrochen
Riesenrochen
Sonnenuntergang über 2 Brüdern
Sonnenuntergang über 2 Brüdern

Kaḏḏa Dâbali (Große Insel) nimmt über die Hälfte der Fläche der Inselgruppe ein, rund 50 Hektar von insgesamt 90 Hektar. Mit einer Höhe von 114 Metern ist sie auch die höchste der sechs Inseln. Gelegentlich wird auch die Halbinsel Ras Siyyân als Teil der Inselgruppe bezeichnet. Ras Siyyân gipfelt in einem 138 Meter hohen Vulkan. Die Inseln liegen in einer Entfernung von 4,5 bis 14 Kilometern von Ras Siyyân. Hier unterhält die Küstenwache einen vorgeschobenen Beobachtungs- und Überwachungsposten, der regelmäßig angelaufen wird. Wir übernachten auf Kaḏḏa Dâbali und es besteht die Möglichkeit am Abend und in den Morgenstunden des nächsten Tages jeweils einen abenteuerlichen Tauchgang durchzuführen. Hier haben in den letzten 15 Jahren vielleicht eine Handvoll Taucher den Kopf ins Wasser gestreckt – und so breitet sich die Unterwasserwelt auch vor uns aus. Hier im „Japanischen Garten“ entfaltet sich das Rote Meer in unbeschreiblicher Vielfalt. Riesige Rochen, Delphine, Schildkröten und die gesamte Palette der Korallenfische über unberührten Korallen. Eine Entschädigung der letzten entbehrungsreichen Monate in der Wüste. Am Abend geniessen wir den Sonnenuntergang und sitzen mit unseren Freunden aus Djibouti am Lagerfeuer und grillen einige der Fische, die uns eben noch begleitet haben. Schade – aber trotzdem lecker. Damit will ich die Unterwasserwelt Djibouties verlassen und mich wieder den Erlebnissen an Land zuwenden. Wie bereits etwas weiter oben erwähnt, sind die landschaftlichen Höhepunkte in diesem Bereich der Erde überschaubar. Die wenigen vorhandenen sind aber umso eindrucksvoller. Mit einer 3 stündigen Autofahrt relativ leicht zu erreichen ist  der Assalsee , welchen ich etwas weiter ober bereits erwähnt habe.

Wir schaffen - 144 Meter
Wir schaffen – 144 Meter
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Lac Assal

Es geht von Djibouti aus auf gut geteerter und stark befahrener Strasse immer Richtung Äthiopien, der Haupstrecke des Schwerlastverkehrs vom Hafen Djibouties nach Westen. Hier werden 90 % des Warenflusses von und nach Äthiopien transportiert – hoffentlich nicht mehr lange, da die Volksrepublik China wie an vielen Orten Afrikas tatkräftig unterstützt und auch gegen den Widerstand der LKW Lobby eine Bahnverbindung Addis Abeba – Djibouti baut. Wir folgen dann dem Golf von Tadjoura bis es endlich in eine schon von weitem bedrohlich erscheinende hitzeflimmernde Absenkung geht, die uns schneeweiss entgegenstrahlt. Der Salzgehalt des Sees ist mit 35 Prozent zehnmal höher als der der Ozeane oder ca. 2 bis 7 Prozentpunkte über dem des Toten Meeres. Der Assalsee bedeckt 54 km². Seine Wasseroberfläche liegt verschiedenen Angaben zufolge 153, 155 oder 173 m unter dem Meeresspiegel, so dass seine Uferbereiche den tiefsten Punkt – also die tiefste Depression – Afrikas bilden. Er wird hauptsächlich aus unterirdischen Quellen gespeist, die wiederum ihr Wasser aus dem nahen Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean beziehen. Sein hoher Salzgehalt ist das Resultat der hohen Verdunstung. Weiter geht es immer entlang des Golfes ueber Tadjoura bis zum „Sable blanc“, einem wunderschoenen Strand. Tadjoura ist die älteste Stadt in Dschibuti. Es war Hauptstadt eines Sultanats der Afar und als Hafen Umschlagplatz für Güter aus Shewa und Aussa (Äthiopien). Jährlich begann im September ein großer Bazar in der Stadt. Der Handel mit der Afar-Senke wurde hauptsächlich von Frauen abgewickelt, die ihre Waren auf Kamelen nach Tadjoura brachten, während die Männer zuhause blieben, da Stammesfehden nicht selten waren. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Stadt bedeutender Sklavenhandelsplatz (Ostafrikanischer Sklavenhandel). Ein weiteres wichtiges Handelsgut war Elfenbein, das von Karawanen aus Aliu Amba gebracht wurde. Nach der französischen Kolonialisierung wurde der Sklavenhandel per Dekret vom 26. Oktober 1889 verboten und bestand von da an nur mehr im Verborgenen und in wesentlich kleinerem Maßstab. Nach Eröffnung der Äthiopischen Eisenbahn von Dire Dawa nach Dschibuti-Stadt büßte Tadjoura weiter an Bedeutung ein. Folgt man dem Verlauf der Strasse weiter, passiert man Obok, eine klein Hafenstadt mit ca. 8000 Einwohnern und erreicht die Grenze zu Eritrea.

Am Ufer des Assalsees
Am Ufer des Assalsees
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Sonnenuntergang am Lac Abbe

Tja, und damit schliesst sich auch meine kleine landeskundliche Exkursion durch dieses interessante Land. Obwohl ich 8 Monate Zeit hatte, ist es mir an den begrenzten Wochenenden leider nicht gelungen, die beiden noch fehlenden Touristenziele zu besuchen. Der Vollständigkeit halber seien sie hier dennoch erwähnt: Zum einen der Abbe-See,  ein Salzsee auf der Grenze von Äthiopien und Dschibuti mit einer Fläche von 340 km². Er ist Teil einer Kette von sechs untereinander verbundenen Seen und der Mittelpunkt der Afar-Senke, wo drei Erdplatten aufeinandertreffen. Er gilt als eine der unzugänglichsten und unwirklichsten Gegenden der Erde. Die Szenerie ist einzigartig. So sind die Uferbereiche mit Hunderten von bis zu 50 m hohen Kalksteinkegeln übersät, die sich aus Ablagerungen heißer Thermalquellen unter Wasser gebildet haben. Die Gegend hat sich in den letzten Jahrtausenden um etwa 100 m gehoben, dadurch befinden sich die Sinterkegel heute im Bereich des trockenen Seeufers. Diese trostlose mondähnliche Gegend diente dem Film Planet der Affen als surreale Kulisse. Die Gegend ist jedoch nicht unbewohnt, nomadische Afar lassen auf den Flächen, wo heiße Mineralquellen Vegetation zulassen, ihre Kamele, Ziegen und Schafe weiden. Das Gewässer selbst ist bekannt für seine Flamingos. Zum anderen der Forêt du Day (Day-Wald), der einzige Wald in Dschibuti.Der Wald Er liegt in den Goda-Bergen in der Region Tadjoura und erstreckt sich über etwa 15 km² auf einer Höhe von 1200 bis 1750 m. Er ist neben den Mabla-Bergen des letzte Gebiet, in dem der vom Aussterben bedrohte Wacholderfrankolin oder Dschibuti-Frankolin lebt, zudem gehört er zu den wenigen Wäldern mit Ostafrikanischem Wacholder, der einst die dominierende Baumart des Waldes war. Die Bestände des Frankolins haben allerdings deutlich abgenommen, und von den Wacholderbäumen sind seit etwa 1990 selbst in den gesündesten Teilbereichen 50 % abgestorben. Dafür sind Buchsbäume häufiger geworden. Die früher zahlreichen Antilopen sind wesentlich seltener geworden, Wüstenwarzen-schweine sind gänzlich verschwunden. Leoparden wurden seit den 1980er Jahren nicht mehr gesichtet. Als wichtigste Ursache gilt die Veränderung des Klimas in der Region hin zu mehr Hitze und Trockenheit, verschärft durch die Beweidung von Teilen des Waldes durch Rinder, die insbesondere Jungpflanzen fressen und zertreten. Jagd und das Fällen von Bäumen spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.

Das Heilige Land 1990 und 2012

22 Jahre hat es gedauert, bis ich es erneut ins Heilige Land geschafft habe. Einiges hat sich verändert, vieles ist unverändert beeindruckend und hat auch dieses Mal wieder bleibende Erinnerungen hinterlassen.

Ich will versuchen, diese Veränderung leicht anzudeuten, ohne den Bericht im Kern darauf zu beziehen. Fotos wechseln von meinem Besuch im Rahmen eines Universitätsaustausches 199o und unseres Besuches über Pfingsten 2012. Die politische Situation im Land und im Raum ist weiterhin mehr oder weniger angespannt, auch dies soll nicht Basis dieses Reiseberichtes werden. Das Land und die Menschen aber natürlich insbesondere das beispiellose kulturelle Erbe sind der Grund, sich auf die Situation einzulassen und sich von diesem Teil der Welt begeistern zu lassen.